Bestimmte Atomkerne
lassen sich durch einen Zusammenstoß mit heranfliegenden
Neutronen spalten. Sie zerfallen dabei in Bruchstücke
anderer Elementkerne, Neutronen werden frei und Strahlung
verschiedener Art entsteht. Die freiwerdenden Neutronen
können für weitere Spaltungen genutzt werden,
die Kettenreaktion findet statt.
Die Bruchstücke
und die Neutronen werden im sie umgebenden Medium (Kühlmittel)
abgebremst und geben dabei ihre hohe Bewegungsenergie in
Form von Wärme ab. Diese Wärme wird zur Erzeugung
von Dampf hoher Temperatur und Druck genutzt, der in Turbinen
expandiert, die elektische Generatoren antreiben.
Nicht alle
Uranisotope sind durch Neutronenbeschuß spaltbar.
In den in der Bundesrepublik Deutschland in Betrieb befindlichen
Kernkraftwerken nutzt man abgebremste, also moderierte (auch
thermische) Neutronen zur Spaltung des Uranisotops U-235.
Dieses kommt im Natur-Uran nur zu 0,7% vor und muß
daher vor dem Einsatz in Brennelementen auf bis zu 4,5%
angereichert werden (siehe dazu www.urananreicherung.de).
Ungebremste Neutronen sind nicht in der Lage, das Uranisotop
U-235 zu spalten, hier ist ein Moderator erforderlich, um
die Bewegungsenergie der Neutronen zu reduzieren. Sinnvollerweise
eignet sich hierzu besonders Wasser. Da es auch noch der
Stoff mit der höchsten Wärmekapazität (Wärmespeicherungsfähigkeit)
von 4 kJ/kg K ist, bietet es sich sowohl als Moderator als
auch als Kühlmittel in Kernkraftwerken an.
In Schnellen
Brutreaktoren befindet sich also kein Moderator, der die
bei einer Spaltung entstandenen Neutronen abbremsen kann,
um möglichst viele schnelle Neutronen zur Erbrütung
von spaltbarnem Plutonium zur Verfügung zu haben. So
entsteht die Möglichkeit, weit mehr Uran zur Kernspaltung
zu nutzen, als es bisher in deutschen Leichtwasserreaktoren
(siehe dazu www.leichwasserreaktor.de)
möglich war.
Das spaltbare
Plutonium kann in Wiederaufbereitungsanlagen aus den Brenn-
und Brutelementen des Schnellen Brüters gewonnen und
in Mischoxid-Brennelementen (MOx-Brennelemente aus Urandioxid
und Plutoniumdioxid) auch in Leichtwasserreaktoren eingesetzt
werden. Dies bedingt aber die Zusammenarbeit von Schnellen
Brutreaktoren mit Wiederaufbereitungsanlagen, um eine nachhaltige
Brennstoffausnutzung zu ermöglichen.